Gesehen: Fallende Blätter, ein ruhiger und leiser Liebesfilm von Aki Kaurismäki auf arte. Der Titel und auch der Name des finnischen Regisseurs klingen für mich eindeutig eher nach Herbst. Aber man sollte im Zweifelsfall die Kaurismäki-Filme doch nehmen, wie sie kommen, dachte ich mir. Denn Kaurismäki finde ich in der Regel sehr gut.
Außerdem gab es in der Reihe der Film-Dokus noch die Folge über Ryan Gosling.
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Gehört:
Eine neue Folge des gerne gehörten Podcasts „Interpretationssache“. Es geht diesmal um „Greensleeves“, also um eine Melodie, die vermutlich eine absurd hohe Anzahl von Menschen kennt. 44 Minuten.
Der Podcast von Bill Nighy „Ill advised“ geht in die zweite Staffel.
28 eher frustrierende Minuten beim SWR zum Thema „Wirecard – Warum Wirtschaftsbetrug so einfach ist.“
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Bei SWR Wissen hörte ich auch in einer kurzen Sendung einen verheerenden Satz. So einen Satz, nach dem ich, ach was, nach dem wir fast alle unser Leben gründlich umstellen müssten, aber wie radikal! Denn es hieß da: „Je mehr Leute man kennt, die einen nerven, desto schneller altert man.“
Aus der gleichen Quelle kam noch eine Erkenntnis, die man vielleicht unangenehm finden kann: Die Frühjahrsmüdigkeit ist eine Legende. Wenn Sie also gerade herumbehaupten, saisonal weniger in Form als sonst zu sein, ist es Zeit, sich der Wahrheit zu stellen. Sie sind gar nicht frühjahrsmüde. Sie sind einfach durch. Aber andererseits: Wer wäre es nicht.
Originell fand ich aber den Gedanken, dass der Begriff und das Gedankenkonstrukt nicht in allen Sprachen und Kulturen vorkommen, nicht einmal bei unseren direkten Nachbarn. Die Frühjahrsmüdigkeit ist am Ende wissenschaftlich nicht haltbar, aber doch eine deutsche Tradition und damit auch ein deutscher Wert. Die Frühjahrsmüdigkeit (man muss sich das Wort in Fraktur geschrieben und im Wochenschautonfall gesprochen vorstellen) ist daher selbstverständlich auch von den Menschen einzufordern, die hier einwandern.
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Dann noch zwei Podcast-Links von vermutlich eher lokalem Interesse. Im Podcast des Magazins „Der Hamburger“ gab es ein Interview mit dem Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda (47 Minuten). Wie bereits einmal angemerkt, Carsten Brosda gehört zu den wenigen mir bekannten Politikerinnen aus der ersten Reihe, bei denen ich nicht große und schmerzhafte Probleme mit dem Fremdschämen habe, wenn sie auch nur zwei Sätze nacheinander aufsagen. Bei Brosda reicht es immerhin auch für fast eine Stunde, und schon darüber freue ich mich.
Beim Thema Olympia habe ich eine andere Meinung, aber das macht ja nichts. Ich schätze z. B. unsere gemeinsame Vorliebe für Outlaw-Country und für Songs, die Geschichten erzählen. Ich weiß aus anderen Quellen, er ist auch Fan von Townes van Zandt, das ist auf jeden Fall eine stabile Gemeinsamkeit.
Und im Podcast der Hamburg Open Online University befragt schließlich Nicola Wessinghage (auch von ihrem Blog bekannt) den Geschäftsführer des Obdachlosenprojektes Hinz und Kunzt.
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Gelesen habe ich in dieser Woche so gut wie keine Online-Texte, gelesen habe ich einen weiteren Graham Greene: „Zentrum des Schreckens“. Deutsch von Walther Puchwein und Fanny Esterhazy. Das Buch geht nach der Lektüre auch in den öffentlichen Bücherschrank, obwohl ich es gerne gelesen habe und nebenbei noch etwas lernte, weil ich aufgrund seiner Schilderungen von The Blitz dieses Kapitel der Geschichte noch einmal nachlas.
Es waren deutlich mehr Opfer und es war auch eine viel größere Zerstörung damit verbunden, als ich es gemäß Schulbildung erinnert hatte. Man lernt eben auch aus Romanen, und nicht wenig.

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