Ein Bürgerinitiativenbericht aus jenem Land mit dem gruseligen Präsidenten, etwas oberhalb von Mexiko
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Und bei Joan Westenberg einige weitere Hinweise zur Entmilliardärisierung der diversen Tools auf dem Computer und auf dem Smartphone. Oder siehe dazu auch hier. Ich lese so etwas mit Interesse, und neige dazu, die Notwendigkeit der Umstiege auch zu verstehen und einzusehen. Aber ich hänge in der Umsetzung doch hinterher, denn es kostet alles Zeit. Man müsste dafür Urlaub nehmen, geschichtlich bedingten Sonderurlaub vorzugsweise, denke ich manchmal. Um es alles konsequent und umfassend anzugehen, um sich an die neuen Lösungen und Tools zu gewöhnen, um sie für sich zu zähmen.
Dauernd denke ich, ach komm, das machste entspannt am Wochenende. Dann kommt das Wochenende und wirkt aber ungeeignet für ein so detailreiches, mehrstündiges Vorhaben. Und so wirkt auch das Wochenende danach, ebenso wie übernächste. Meine aktuelle Versuchsreihe kann als Beweis genommen werden, und da ist Selbstkritik angebracht. Das muss besser werden.
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Am Montagnachmittag gab es noch einen Besuch bei der Zahnärztin, wobei mir auffällt, da heute Mittwoch ist, dass es zwischendurch einen Dienstag gegeben haben muss. Der ist mir gar nicht weiter aufgefallen, aber egal.
Bei der Zahnärztin immerhin passierte nichts Schlimmes. Aber ich konnte mich ohnehin kaum auf ihre Behandlung konzentrieren, weil meine Bandscheiben mit ihrem Stuhl in derart besorgniserregendem Ausmaß nicht klarkamen, dass ich bald die Vorstellung hatte, von dieser Praxis direkt in eine orthopädische wechseln zu müssen, krumm wie ein Angelhaken und schneckenlangsam.
So jedenfalls kann man sich auch erfolgreich von der alten Angst vor Zahnproblemen kurieren. Man muss nur warten, bis Rückendramen alles andere deutlich überwiegen. That was easy!
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Eine weitere alte Reisebeschreibung habe ich gehört, diesmal war sie von Hans Christian Andersen. Sie ist wiederum in der ARD-Audiothek verfügbar: „Reiseschatten – Von einem Ausfluge nach dem Harz, der Sächsischen Schweiz im Sommer 1831.“ Im Gegensatz zum grummeligen Grillparzer ist Andersen hochgradig begeisterungsfähig. Er findet vieles schön, Gegenden, Landschaften, Städte und Dörfchen. Sogar Menschen mag er, verehrt einige gar, spricht von Herzensdingen und driftet erwartungsgemäß zwischendurch auch ausdrücklich ins Märchenhafte ab.
Er sieht Wesen aus anderen Welten, die anderen Reisenden eher nicht zuverlässig begegnen – und er kommt auf seiner Reise auch durch Travemünde, Lübeck und etwa Wandsbek. Da war ich überall auch schon einmal, was immer nett ist. Da kann man etwas wiedererkennen und Bestätigungen oder Widersprüche suchen.
Der Leuchtturm in Travemünde etwa, der kam dem Herrn Andersen noch eindrucksvoll hoch vor, so alt ist dieser Bericht. Denn dieser Leuchtturm hat, ohne sich zu verändern, doch sehr an Höhe eingebüßt. Nur durch die Veränderungen um ihn herum.
Das kennen wir selbstverständlich alle in ähnlicher Weise, die wir auf einmal linksaußen sind, ohne uns groß verändert zu haben, und obwohl wir uns doch neulich noch deutlich mittiger gefühlt haben. Die Veränderungen der Verortung in gedanklichen und realen Räumen im Laufe der Jahre – da haben wir dann schon wieder ein Aufsatzthema für den Rest des Tages. Zur Abarbeitung in Gedanken oder im Raum für Notizen.
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